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Reform & Analyse

Das neue Altersvorsorgedepot

Revolution für den Vermögensaufbau oder bürokratischer Kompromiss?

Erstmals verknüpft der Gesetzgeber staatliche Förderung direkt mit renditestarken Aktien-ETFs – ohne zwingende Beitragsgarantie[cite: 28].

1. Das Scheitern der alten Garantiefalle

Bei der alten Riester-Rente zwang eine gesetzliche 100%-Beitragsgarantie Anbieter dazu, Kundengelder in Niedrigzinsphasen in ertragsschwache Staatsanleihen umzuschichten[cite: 28]. Gepaart mit hohen Effektivkosten von 1,5 % bis 2,5 % und Zillmerung fraßen Gebühren wesentliche Renditeanteile auf[cite: 28].

2. Die Kernarchitektur des neuen Modells

  • 100 % Aktienquote wählbar: Kein Garantiezwang im Standarddepot, um die volle Marktrendite zu vereinnahmen[cite: 28].
  • Gesetzliche Kostenbremse: Maximal 1,0 % p.a. Gesamtkosten inkl. Produktkosten; Verbot von Vorab-Zillmerung[cite: 28].
  • Öffnung für Selbstständige: Steht auch Freiberuflern ohne gesetzliche Rentenversicherung offen[cite: 28].

3. Das Fördersystem: Bis zu 540 € Grundzulage

FörderstufeEigenbeitrag p.a.FörderquoteMax. Zulage p.a.
Stufe 1 (Basis)Erste 360 €[cite: 28]50 %[cite: 28]180 €[cite: 28]
Stufe 2 (Aufbau)361 € bis 1.800 €[cite: 28]25 %[cite: 28]360 €[cite: 28]
Gesamt1.800 € (150 €/Monat)[cite: 28]—540 € pro Jahr[cite: 28]

4. Der Zinseszins-Booster: Steuerstundung

Im Gegensatz zum freien Depot fällt im Altersvorsorgedepot während der gesamten Ansparphase keine Vorabpauschale an[cite: 28]. Auch Dividenden und Portfolioumschichtungen bleiben unbesteuert[cite: 28]. Die Besteuerung erfolgt erst nachgelagert im Alter zum meist deutlich geringeren Rentner-Steuersatz[cite: 28].

5. Rechenbeispiel: Der 30-Jahre-Hebeleffekt

Bei 150 € monatlichem Eigenbeitrag über 30 Jahre (bei 6 % p.a. Marktrendite)[cite: 28]:

Freies ETF-Depot: Endkapital: ca. 150.680 €[cite: 28]
Altersvorsorgedepot: Endkapital: ca. 195.880 € (+45.200 € Vorteil)[cite: 28]